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Schutz für Ihr Zuhause in Hannover & Hildesheim: Ein Leitfaden zu Hochwasserrisiko und Elementarversicherung
Das eigene Zuhause ist für die meisten Menschen nicht nur der größte materielle Wert, sondern auch ein Ort der Sicherheit und Geborgenheit. Doch diese Sicherheit kann durch Naturgewalten ernsthaft bedroht werden. In der Region Hannover und Hildesheim sind es insbesondere die Flüsse Leine und Innerste, die ein latentes, aber reales Hochwasserrisiko darstellen. Die jüngsten Ereignisse haben eindrücklich gezeigt, dass eine Auseinandersetzung mit diesem Thema und dem richtigen Versicherungsschutz für jeden Hausbesitzer unerlässlich ist.
Die unterschätzte Gefahr: Leine und Innerste als lokale Risikofaktoren
Die Gefahr von Hochwasser ist in unserer Region keine abstrakte Theorie, sondern eine historisch und aktuell belegte Realität.
- Risikofaktor Leine in Hannover: Die Landeshauptstadt hat eine lange Geschichte von Hochwasserereignissen. Das sogenannte „Jahrhunderthochwasser“ von 1946, bei dem der Pegel der Leine auf einen historischen Höchststand von 6,44 Metern anstieg, ist tief im kollektiven Gedächtnis der Stadt verankert. Dass eine solche Katastrophe keine reine Vergangenheit ist, bewies das Weihnachtshochwasser 2023/24. Mit einem Spitzenpegel von 5,81 Metern erreichte die Leine einen Stand, der statistisch nur einmal in zehn Jahren erwartet wird, und führte zu großflächigen Überschwemmungen und aufwendigen Schutzmaßnahmen. Obwohl die Stadt Hannover umfangreiche Vorkehrungen getroffen hat, wie die Ausweisung von Überschwemmungsgebieten für ein 100-jährliches Hochwasser (HQ100) und den Bau von Deichen und mobilen Schutzwänden, gibt die Verwaltung offen zu, dass ein hundertprozentiger Schutz nicht existiert.
- Risikofaktor Innerste in Hildesheim: Auch in Hildesheim stellt die Innerste eine erhebliche Gefahr dar. Während des Hochwassers im Dezember 2023 stieg der Pegel des Flusses dramatisch an und überschritt die Sechs-Meter-Marke, was zu kritischen Situationen und dem Einsatz zahlreicher Feuerwehren führte. Der Niedersächsische Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) stellt für die Innerste detaillierte Hochwassergefahrenkarten zur Verfügung. Diese klassifizieren das Risiko für verschiedene Szenarien – ein 25-jährliches, ein 100-jährliches und ein extremes Hochwasserereignis – und zeigen die potenziellen Überflutungsflächen auf. Die Stadt Hildesheim bietet Bürgern zudem interaktive Karten an, auf denen die offiziell festgesetzten Überschwemmungsgebiete eingesehen werden können.
Diese offiziellen Daten und die Erfahrungen aus jüngster Zeit machen deutlich: Die Bedrohung ist real und erfordert von jedem Haus- und Wohnungseigentümer eine proaktive Auseinandersetzung mit dem Thema Schutz.
Die Elementarschadenversicherung: Mehr als nur Hochwasserschutz
Ein weit verbreiteter und gefährlicher Irrglaube ist, dass die normale Wohngebäude- oder Hausratversicherung für Schäden durch Hochwasser aufkommt. Dies ist jedoch nicht der Fall. Diese Standardpolicen decken in der Regel nur Schäden durch Leitungswasser ab, beispielsweise nach einem Rohrbruch.
Für Schäden durch Naturgefahren ist ein spezieller Zusatzbaustein erforderlich: die Elementarschadenversicherung. Dieser oft als „Extremwetterschutz“ bezeichnete Baustein erweitert den Versicherungsschutz um eine Reihe von Naturgefahren, die für unsere Region relevant sind :
- Überschwemmung: Wenn Wasser aus Gewässern über die Ufer tritt oder Grundstücke durch Witterungsniederschläge überflutet werden.
- Starkregen: Schäden, die entstehen, weil große Regenmengen nicht schnell genug abfließen oder in das Gebäude eindringen.
- Rückstau: Wenn Wasser durch Starkregen oder Hochwasser aus der Kanalisation zurück in das Gebäude gedrückt wird.
- Erdrutsch & Erdsenkung: Schäden durch naturbedingte Bewegungen des Bodens.
- Schneedruck & Lawinen: Schäden durch die Last von Schnee- oder Eismassen.
Der Abschluss einer Elementarschadenversicherung ist somit der entscheidende Schritt, um die finanzielle Lücke zu schließen, die eine Standardpolice im Falle einer Naturkatastrophe hinterlässt.
Worauf Sie achten müssen: ZÜRS-Zonen, Selbstbehalte und private Vorsorge
Der Abschluss einer Elementarversicherung ist an bestimmte Bedingungen geknüpft und erfordert eine genaue Prüfung der Vertragsdetails.
- Das ZÜRS-System: Versicherer nutzen zur Risikobewertung das „Zonierungssystem für Überschwemmung, Rückstau und Starkregen“ (ZÜRS). Dieses teilt ganz Deutschland in vier Gefährdungsklassen (GK) ein, je nach statistischer Häufigkeit von Hochwasser.
- GK 1: Hochwasser seltener als alle 200 Jahre
- GK 2: Hochwasser alle 100 bis 200 Jahre
- GK 3: Hochwasser alle 10 bis 100 Jahre
- GK 4: Hochwasser häufiger als alle 10 Jahre Die Einstufung der eigenen Immobilie in eine dieser Zonen hat direkten Einfluss auf die Verfügbarkeit und die Kosten der Versicherung. Liegt ein Haus in einer Hochrisikozone (GK 4), kann der Abschluss schwierig oder sehr teuer werden.
- Vertragsdetails: Wichtige Aspekte im Vertrag sind die Selbstbeteiligung, die im Schadensfall selbst getragen werden muss und bei Hochwasserschäden oft bei 500 Euro oder mehr liegt, sowie mögliche Wartezeiten nach Vertragsabschluss, bevor der volle Schutz greift.
- Private Vorsorge: Versicherungsschutz allein genügt nicht. Die Behörden in Hannover und auch Experten raten dringend zu baulichen und organisatorischen Vorsorgemaßnahmen. Dazu gehören der Einbau und die regelmäßige Wartung von Rückstauklappen im Keller, die Sicherung von Öltanks gegen Auftrieb, die hochwasserfeste Lagerung von Wertgegenständen und Chemikalien sowie das Bereithalten einer Notfallausrüstung.
Die jüngsten Hochwasserereignisse haben das Bewusstsein für die Gefahr geschärft. Diese Phase der erhöhten Aufmerksamkeit bietet die ideale Gelegenheit, die eigene Absicherung zu überprüfen. Es gilt, die Lücke zwischen der wahrgenommenen Gefahr und dem oft unzureichenden Versicherungsschutz zu schließen. Ein kompetenter Berater kann dabei helfen, das individuelle Risiko anhand der ZÜRS-Zone zu bewerten, die passende Police zu finden und die notwendigen privaten Vorsorgemaßnahmen zu identifizieren. So wird aus einem reinen Versicherungsabschluss ein ganzheitliches Risikomanagement für das eigene Zuhause.
| Bereich | Maßnahme | Status (zum Abhaken) |
| Keller & Tiefparterre | Rückstauklappe in den Abwasserleitungen installiert und funktionsfähig? | ☐ |
| Lichtschächte und Kellerfenster gesichert (z.B. durch Aufkantungen oder wasserdichte Abdeckungen)? | ☐ | |
| Heizöltank gegen Aufschwimmen gesichert (z.B. Verankerung)? | ☐ | |
| Wertvolle Gegenstände und elektrische Geräte erhöht oder in oberen Stockwerken gelagert? | ☐ | |
| Bodenabläufe, WCs, Duschen unterhalb der Straßenebene gesichert? | ☐ | |
| Außenbereich | Gefährliche Stoffe (Farben, Chemikalien) hochwassergeschützt gelagert? | ☐ |
| Mobile Schutzsysteme (Sandsäcke, Schalbretter, Wassersperren) vorhanden? | ☐ | |
| Grundstücksgefälle geprüft: Leitet es Wasser vom Haus weg? | ☐ | |
| Organisation & Dokumente | Wichtige Dokumente (Versicherungspolicen, Urkunden) wasserdicht und griffbereit verpackt? | ☐ |
| Notfall-Tasche mit Lebensmitteln, Wasser, Radio, Taschenlampe und Medikamenten vorbereitet? | ☐ | |
| Versicherungsschutz geprüft: Besteht eine Elementarschadenversicherung? | ☐ |
